Historie : 60-jähriges Jubiläum des Schützen-Corps Neuenkirchen

60-jähriges Jubiläum des Schützen-Corps NeuenkirchenSchützen-Corps Neuenkirchen von 1844 e.V.


Auf eine wechselvolle Geschichte blickt das Schützen-Corps Neuenkirchen zurück. Zum 150-jährigem Jubiläum im Jahre 1994 stellte der Verein die Geschichte in Wort und Bild dar. Diese wurde im Jahr 2019 zum 175-jährigen Jubiläum in einer weiteren Festschrift für die letzten 25 Jahre dargestellt.

Es war an einem Freitag, an dem sich das " Vereinsschicksal " des damaligen Jäger-Corps Neuenkirchen entschieden hat. An diesem Tag nämlich, am 7. Juni 1844 , erteilte das königliche Amt zu Rothenburg die Erlaubnis, das die Neuenkirchener wie in benachbarten Ortschaften ein Schützenfest abhalten dürfen. Der Erlaubnis vorausgegangen war ein entsprechender Wunsch, der vom Gastwirt Witte und einigen jungen Leuten an den Amtsvogt Brückmann heran getragen wurden. Bedingung für die Erlaubnis war, dass das " Scheibenschießen " nicht einem Wirth zuzuwenden sei, die polizeiliche Erlaubnis zum Königsschießen alljährlich eingeholt werden muss und dass das Tanzen höchstenz bis 12 Uhr abends zu gestatten sei. Wie Amtsvogt Brückmann  später berichtete, soll das Schützenfest zwei Tage gedauert haben. Erster Schützenkönig in Neuenkirchen wurde der Knecht Christ. Böhling. Der entsprechende Orden wurde ihm von seinem Schwager, dem Neubauern Joh. Dietr. Meyer verliehen. Insgesamt zählte das Jäger-Corps im ersten Jahr seines Bestehens 23 Mitglieder. Laut den Aufzeichnungen wurden die ersten Schützenfeste unter den Eichheistern bei Hessens Haus gefeiert. Amtsvogt und seine Frau-sie schenkte dem Corps 1845 eine Fahne-auch um das Jäger-Corps kümmerten, Rechnungswesen schien nicht zu den Stärken gehört zu haben. Im Nachsatz zum Protokoll des Schützenfestes von 1844 heißt es : sowie das Rechnungswesen des Corps geführt, ohne jedoch später wieder eine Ordnung in den Rechnungsablagen durchblicken zu lassen oder vielmehr Rechnung abzulegen... .Brückmann starb am 5. November 1860 und hinterließ dem Corps aufgrund der sich herausstellenden Vermögensunzulänglichkeiten Schulden. Mit der Rechnungsführung wurde fortan dem bisherigen Kommandeur Meyer und später dem Präsidenten Witte anvertraut. Sie schafften es tatsächlich, ein kleines Kappital zu bilden. Die Schulden wurden aber nicht abgetragen, wohl auch deshalb weil der Betrag noch nicht ausreichte, um die Verbindlichkeiten ganz zu decken.                                                                                                                                          

Das 20. Jahrhundert begann mit dem Bau der Schützenhalle auch erfreulich für das Cops ( 1900 ) . Nur wenige Jahre später begann der erste Weltkrieg, wodurch das Vereinsleben völlig zum Erliegen kam. Doch schon wenige Monate nach dem Ende der militärischen Auseinandersetzungen besann man sich wieder der Tradition und vollzog am 21. April 1919 eine erste Versammlung nach dem Krieg. Im Juli des selben Jahres wurde auch wieder ein Schützenfest gefeiert. Doch die Härten von Inflation (1923) und Weltwirtschaftskrise (Ende 20er-Anfang der 30.er Jahre machten sich auch im Verein bemerkbar. Hohe Beitragsrückstände der Mitglieder ließen Gedanken aufkommen, diese einzutreiben.

Was folgte war der zweite Weltkrieg. Nach der Besetzung Deutschlands wurde jegliches Vereinsleben von den Besatzungsmächten verboten. So fand erst am 18. Juni 1949 wieder eine Versammlung des Schützen-Corps statt. Landwirt Euhus sen., Geschäftsleiter Drewes und Tischlermeister Hebenbrock wurden zum geschäftsführenden Vorstand bestellt.Unter der Bezeichnung Bürgergilde Neuenkirchen wurde dem Antrag auf Neugründung stattgegeben.

Das erste schützenfest nach dem zweiten Weltkrieg wurde unter der Bezeichnung " Volksfest" am 10. und 11. Juli 1949 gefeiert. Ein knappes Jahr später, im Mai 1950 nannte sich der Verein in "Schützen-Corps" Neuenkirchen um-der traditionellen Bezeichnung. 1949 wurde der Spielmannszug gegründet. 1959 wurden die Neuenkirchener Mitglied im Kreisverband Soltau im Deutschen Schützenbund, ein Jahr später wurde eine Jungschützengruppe ins Leben gerufen-und am 9. Mai 1984 kam schließlich eine Damengruppe hinzu.

So sorgsam sich derNach einiger Struktur bedingtem Ortswechseln, von Scheibenstand und Festplatz baute man ab 1900 in verschiedenen Abschnitten die Schützenhalle und den Schießstand auf dem jetzigen Gelände auf: Unsere aus der Anfangszeit bestehende Königskette weist als ältesten Königsorden ein Exemplar von 1860  aus.

 

 Im Schießwesen und auf Musikebene hat sich der Verein überregional bewährt. Weiter sind auswärtige Sportschützen und unsere Veteranen fix und aktiv, Neben unseren Vereinsfesten -Schützenball- Schützenfest- werden der Öffentlichkeit auch das Osterfeuer, ein Frühschoppen mit Live-Musik sowie ein Lampionumzug angeboten. Unsere Schützenhalle, das Vereinsheim und der Gemeinschaftsraum im Schießstand stehen der Allgemein­heit zur Verfügung.

 

Eine besondere Verbindung unterhält der Verein auch zur Patenkompanie 4/92 in Munster, Die Würde des Kreis-Schützenkönigs errangen 1975 Horst Tödter und 2004 Reinhard Schlumbohm. Die ausgerichteten Kreisschützenfeste gingen zur Freude aller gut über die Bühne. Der große Anteil an Helfern aus dem Dorf bekundete die Verbundenheit Neuenkirchens mit dem Schützenwesen. Es wäre schön, wenn sich diesen auch am zukünftigen Mitgliederbestand zeigen würde. Als fester Bestandteil des Kreisschützenverbandes Soltau wird dieses Fest einmal im Jahr gefeiert!